Wenn Augen wie Sterne funkeln - Krippenbauer Ferdinand

ferdinand

Es gibt nichts Schöneres als die glänzenden Kinderaugen, wenn sie erstmals die Krippe in der Adventszeit sehen.
Ferdinand schafft es mit seinen Krippen, Kinderaugen zum Funkeln und Glänzen zu bringen und den Erwachsenen ein Stück Kindheit zurück zu bringen.

Dass Ferdinand heute Krippen baut, hat auch mit seinem Bechterew zu tun.
Gelernt hat er Fliesenleger und Maurer. Den Beruf übte er zehn Jahre aus bevor er zur Straßenmeisterei wechselte.
Der Beruf des Straßenwärters ist körperlich sehr anstrengend. Bei jeder Witterung im Freien zu arbeiten und im Winter Tag und Nacht in
Bereitschaft zu stehen, zu Schichtel´n wie die Arbeiter sagen, fordert dem Körper vieles ab. Zusätzlich ist der Ferdinand
ist seit fast fünfzig Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr.

 

In der Mitte seiner dreißiger war es, als er im Sommer bei Mäharbeiten an der Straße in einen Insektenschwarm geriet.
Ferdinand wurde stark zerstochen und die Schwellungen klangen nur sehr langsam ab.
Ab diesem Zeitpunkt nahmen die Gelenksprobleme stark zu.
Auch viele Rückenschmerzen traten auf und die Ärzte schoben es auf seine körperliche Tätigkeit
und diagnostizierten Verspannungen und Muskel-Irritationen.

1994 war ein hartes Jahr es begann mit einer Sehnenscheiden-Entzündung. Die Beschwerden waren so massiv,
dass er längere Zeit in das Krankenhaus nach Zwettl kam und gründlich untersucht wurde.
Dann stand endlich die Diagnose Morbus Bechterew fest.
Erst nach fünf langen Jahren der Cortisonbehandlung besserten sich die Beschwerden langsam.

Ferdinand bemerkte dass er Austausch mit anderen Betroffenen brauchte und trat in die ÖVMB ein.
Er wurde Therapiegruppenleiter in Zwettl und ein wenig später Landesstellenleiter-Stellvertreter.
Nach langem hin und her konnte er 1995 endlich in den Innendienst wechseln und wurde Bauwart in seiner Straßenmeisterei.
Ferdinand war verantwortlich für die Abwicklung aller Straßenbaumaßnahmen im Bereich seiner Straßenmeisterei.

Der Bechterew gönnte ihm jedoch keine Pause und im Jahr 2003 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand.
Die Kontrollärzte der Kasse wollten ihn nicht mehr gesund schreiben und so wechselte er in den Ruhestand über.

Neben seiner Frau Maria ist seine große Liebe das Arbeiten mit Holz in jeglicher Form.
In seiner bestens ausgestatteten Werkstatt stellt er Tische, Bänke, Reliefs, Laternen, Jubiläumstafeln und vieles mehr her.
Zusätzlich begann Ferdinand vor 15 Jahren als Beschäftigungstherapie mit dem Krippenbau.
Als Autodidakt brachte er sich das meiste selbst bei. An die 130 Krippen hat er bis heute gebaut und seine Krippen
sind bis in die Schweiz und nach Deutschland gereist. Als besondere Krippenart sind seine Krippen in Flaschen gebaut.