Für alles dankbar sein.

Franz Zinterl
Franz Zinterl, Angestellter aus St. Andrä, Lavanttal in Kärnten
 
Ein halber Kärntner und ein halber Steirer ist Franz. Mit drei Jahren ist er nach  St. Andrä/Kärnten gekommen und aufgewachsen.
Lassen wir in selbst erzählen.
Während der Schule habe ich begonnen, Fußball zu spielen und galt als großes Talent. Mit 15 Jahren habe ich  in St. Andrä schon in der Kampfmannschaft gespielt. Nach der Schule lernte ich den Schlosserberuf der mir viel Spaß machte. Mit rund 20 Jahren haben ganz plötzlich die gesundheitlichen Probleme begonnen.

Mein Fußballtrainer sagte zu mir: „Du sprintest nicht mehr so schnell, was ist denn los mit Dir?“ Ich selbst empfand es nicht so schlecht.
Bis nach einem Spiel in darauffolgenden Nacht plötzlich der Schmerz in der Lendenwirbelsäule kam. Um 2 Uhr in der Früh bin ich aufgestanden
und habe kaum mehr gehen können vor Schmerzen. Von dieser Zeit an hatte ich einen dreijährigen Leidensweg, zu bestehen.
So brutal hart wie damals war es in den kommenden Jahren nie mehr.
Die Ärzte wussten nicht mehr, was sie mit mir machen sollen. Die Finger und Zehen waren doppelt so dick als normal geschwollen,
ebenso die Kniegelenke. Die meisten Schmerzen gingen jedoch von den Gelenken aus. Mit dem Fußball war es von heute auf morgen
endgültig vorbei, es war eine sehr schwere Zeit.

Viele Kortison-Infusionen im Krankenhaus waren die Folge, und ich wusste nicht was es ist. Ein Krebs, ein Tumor?
Kein Arzt konnte mir genaue Auskunft geben und der Gedanke den viele von uns in der Zeit bis zu Diagnose haben:
„spinnst du ein bisserl, das bildest du dir nur ein!“ Der Hausarzt überweist dich dann zum Psychiater und das ist das Furchtbarste
für einen jungen Menschen. Den Beruf als Schlosser konnte ich nicht mehr ausüben. „Was nun?“ habe ich gedacht,
durchblätterte die Zeitungsinserate und fand eine Stellenausschreibung als Hotelbademeister in Erpfendorf/Tirol.
Dass ich MB habe war mir noch nicht bekannt und trotz starker Schübe war es mir möglich zu arbeiten.
Vor Arbeitsantritt haben sie mir in Kärnten noch vorsichtshalber die Weisheitszähne entfernt und die Mandeln operiert.
Auf Anraten der Ärzte habe ich das alles versucht.

Ein extremer Schub brachte dann die Wende und mich nach St. Johann/Tirol zu einem jungen Orthopäden, es war der erste Arzt
der mir richtig zugehört hat. Eine Stunde habe ich nur geredet, er hat immer nur „AHA“ gesagt und aufgeschrieben.
Nach meinen Erzählungen hatte er einen Verdacht. Ich sollte mich auf den Bauch legen und der Arzt hat mir auf die Lendenwirbelsäule gedrückt.
Einen Schmerzensschrei konnte ich nicht unterdrücken. Zwei Wochen später hatte ich einen Termin für ein CT an der Klinik Innsbruck.
Dort wurde dann Morbus Bechterew festgestellt und ich sofort auf Kur nach Bad Gastein geschickt.
1984 bin ich erstmals auf Kur gefahren. Nach 23 Heilstollenkuren glaube ich, dass ich ohne Heilstollen nicht mehr arbeiten könnte.
Bei der Berufswahl hat mir ein guter Freund geholfen. Mit dem Tiefbauchef der Universale hat er Kontakt aufgenommen und ich
wurde als Vermessungsgehilfe aufgenommen. Die soziale Einstellung des Chefs war ein Segen für mich.
tischtennis
Das wichtigste Erlebnis meines Lebens, der Lottosechser war das kennenlernen meiner Frau Renate.
Eine Woche hatte ich Urlaub und bin mit zwei Freundinnen auf die Alm zum Skifahren, dort habe ich Renate -
sie war Skilehrerin - zum ersten Mal getroffen. Sie hat mir auf Anhieb gut gefallen, Renate hat aber gedacht, was spricht mich der an,
er hat eh zwei Frauen mit. Dann sind wir etwas Trinken gegangen und ich musste immer zu ihr schauen, ich war hin und weg.
Am Wochenende sind wir erstmals zum Essen gegangen, so hat sich die Liebe zwischen uns entwickelt.  Haus wollten wir bauen
und  Kinder haben. Für meine Firma hätte ich in diesen Jahren der Familiengründung nach Ostdeutschland zur Arbeit wechseln sollen.
Familie und Arbeit ließen sich aber nicht vereinbaren und so habe ich mich für die Familie entschieden und gekündigt. In einer Anzeige
habe ich einen dem Schlosser verwandten Beruf gesehen. Anfang der 90iger habe ich meinen neuen Posten im Lavanttal angetreten.
In der Folge bin ich in das Qualitätsmanagement gewechselt.
1995 haben wir geheiratet und im gleichen Jahr haben wir unser Haus gebaut.
Die Tochter Chiara ist 1996 und der Sohn Christoph zwei Jahre später auf die Welt gekommen.

Lange Zeit hatte ich wegen der Schmerzen den Biss für sportliche Betätigung verloren, viele Medikamente genommen und die Füße hochgelagert.
Renate hat mir ordentlich ins Gewissen geredet. Das ist nicht gut für dich, nach sechs Stunden stehst Du auf und hast noch immer Schmerzen,
das kann es ja nicht sein. Nimm eine Tablette und wir gehen auf die Alm. Sie hat mich motiviert und mitgezogen und mich wieder zum Sport gebracht.
Die Bewegung ist wesentlich für mein heutiges Wohlbefinden verantwortlich. Das wichtigste im Leben, eine Arbeit die dir Spaß macht,
die Familie und Bewegung das sind die Faktoren für ein glückliches Leben. Ich spiele wieder Tischtennis (Meisterschaft) fahre  seit 15 Jahren
mit dem Rad zur Arbeit. Jeden Tag 8 km hin und wieder zurück, ausgenommen bei Glatteis. Meine Lieblingssportarten sind Gehen, Radfahren, Rollerskaten, Schwimmen, Tischtennis.
Eines meiner ersten Medikamente war Inducid. Bei einer Dünndarm-Untersuchung wurde auch eine Entzündung festgestellt und entschieden
es mit Salazopirin zu versuchen. Salazopirin hilft mir sehr gut und damit habe ich keine extremen Schmerzen mehr.
Bei akuten Beschwerden nehme ich Voltaren dazu. Auch eine starke Osteoporse-Osteopanie  habe ich bekommen und nehme Medikamente dagegen.
Mein Vater hat ebenfalls MB. Meine Kinder lasse ich nicht vorsorglich untersuchen, aber ich wachsam, ohne überflüssige Panik zu machen.  
Seit über 15 Jahren bin ich nun in der ÖVMB. Die Gemeinschaft ist mir wichtig sie unterstützt mich in allen Belangen.
Meine Frau Renate hat schon immer gerne geschrieben und eine zweijährige Schreib-ausbildung gemacht.
So begann mit den Jahren in ihr der Wunsch zu reifen, wieder mehr zu schreiben. Der Lohn: sie erhielt 2014 den
Jugendbuchpreis des Landes Kärnten. Beide lieben wir Musik und Reisen. In der Musik gefällt uns fast  jede Stilrichtung,
wir genießen die Konzerte und Musiker Live zu erleben.
Mein Lebensmotto ist, dankbar für alles zu sein. Dankbar für meine Familie und dass ich trotz MB so viel machen kann in meinem Leben.
Immer positiv denken und in jedem Negativen liegt immer etwas Positives.  Viel Lachen, Glück und Bewegung.
   
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
   
 
 

 



 
   

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