Wärme- und Kälte-Therapie

Die Behandlung mit Wärme wird in vielen Formen angewandt. Wärme mildert die Schmerzen und die Steifheit, sie fördert die Durchblutung. Ein warmes Bad vor dem Schlafengehen, eine Wärmflasche,
eine Heizdecke oder eine warme Dusche am Morgen kann man zu Hause anwenden. Die Anwendung von Massage, Fangopackungen, Infrarotbestrahlung, Elektrotherapie oder
ähnliche durchblutungsfördernde Maßnahmen helfen vielen Betroffenen.
Bei stationären Heilbehandlungen (Kur) wird die Wärme in Form von Thermalbädern oder warmen Moorbädern eingesetzt.

Auch Kälte ist bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen hilfreich. Sie wirkt entzündungshämmend und schmerzlindernd. Vor allem während ausgeprägter Entzündungsschübe
ist der Einsatz von Kälte sinnvoll. Mit Eis- oder Gelpackungen lassen sich einzelne Gelenke behandeln. In der Kältekammer lässt sich die ganze Körperoberfläche behandeln,
damit man unter dem schmerzlindernden Einfluss wieder aktive Bewegungsübungen durchführen kann.


Naturheilverfahren

Obwohl die Wirksamkeit wissenschaftlich nicht einwandfrei bewiesen ist, gelingt es vielen Patienten mit Hilfe von "Naturheilmitteln" oder anderen von der Schulmedizin nicht anerkannten Methoden
die Krankheit soweit in den Griff zu bekommen, dass sie die Einnahme von Rheuma-Medikamenten reduzieren können.
Die Palette der Möglichkeiten reicht von der Einnahme von Vitamin E (das vor oxydierenden Sauerstoffradikalen schützt, die bei der Entstehung von Entzündungsvermittlern eine Rolle spielen)
oder Enzym-Präparaten, bis zu den Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (Akupunktur, Kräutertherapie) Psychisch orientierte Methoden der Krankheitsbewältigung
können ebenfalls eine hilfreiche Therapieform darstellen. 

Radontherapie bei Morbus Bechterew

Radon ist wohl die am längsten bei Morbus Bechterew genutzte schmerzlindernde und entzündungshemmende Therapie. Bereits vor mehr als 100 Jahren fanden die Morbus Bechterew-Patienten für sich heraus,
dass sie mit der Radontherapie, in Radonstollen und vor allem in Radonthermalstollen, lange schmerzfreie oder zumindest schmerzärmere Phasen erreichen konnten.
Inzwischen haben wir anhand von mehreren Studien auch wissenschaftliche Nachweise für die Wirksamkeit. Die Schmerzlinderung nach einer Reha-Maßnahme (oder Kur)
mit Radonstollentherapie ist bis zu neun Monate lang signifikant besser als ohne Radon, schmerzlindernde Medikamente (NSAR) werden bis zu zwölf Monate lang eingespart.
Bei regelmäßiger Wiederholung der Stollentherapie sind Magen-Darm-Komplikationen (wie sie typisch durch NSAR auftreten)
auf lange Sicht wesentlich seltener als bei regelmäßig wiederholter Reha ohne Stollentherapie.

Wie erklärt man sich diese lang anhaltenden Effekte? Radon entsteht ja aus dem radioaktiven Zerfall des Elementes Radium und zerfällt selbst weiter unter Aussendung von Alphastrahlung.
Diese Alphastrahlung regt nun den Zellstoffwechsel auf verschiedenen Wegen an.Der zurzeit wichtigste erforschte Mechanismus ist die Aktivierung von TGF-Beta1.
TGF-Beta1 gehört zu den so genannten Zytokinen. Zytokine senden Kommandos aus von einzelnen Zellen an den Gesamtverband. TGF-Beta1 sendet das Kommando:
Ende der Entzündung! Beginn der Heilungsphase! Es ist damit ein Gegenspieler zum Entzündungstreiber TNF-Alpha.

Durch Radontherapie (insbesondere mit der gleichzeitigen Überwärmung des Körpers im Sinne des therapeutischen Fiebers im Gasteiner Heilstollen) wird der Botenstoff TGF-Beta1 nun aktiviert.
Der Entzündungstreiber (TNF-Alpha) kann sich dann quasi „nicht mehr so gut durchsetzen“. Damit wird der Körper im wahrsten Sinne des Wortes zur Selbstheilung angeregt.

Ein weiterer bekannter Mechanismus ist die Bremsung des Schmerzbotenstoffes Substanz P. Dieser Botenstoff hat die Aufgabe, die Nachricht „Schmerz“ im Körper weiterzuschicken.
Man weiß heute, dass Schmerzen und Schmerzempfindungen sich auch selbst unterhalten können: Zum einen bewirkt Schmerz Verspannung und Verspannung bewirkt wieder mehr Schmerz.
Zum andern bewirken wiederholt und lange Zeit empfundene Schmerzen ein immer größer werdendes „Schmerzgedächtnis“ im Gehirn.
Die Folge kann eine allgemein erhöhte Schmerzempfindlichkeit sein – im Extremfall möglicherweise bis hin zur sekundären Fibromyalgie.
Indem durch Radon der Schmerzbotenstoff Substanz P gebremst / erniedrigt wird, kann praktisch die Information „Schmerz“ eine Zeit lang nicht weitergegeben werden,
sodass sich zum einen verspannte Muskeln wieder entspannen können - zum anderen wird das Schmerzgedächtnis für eine gewisse Zeit einmal nicht „gefüttert“.

Es ist also in der Phase der chronischen Entzündung des Morbus Bechterew genauso sinnvoll eine Radontherapie zu machen wie in der Phase der Versteifung und dadurch
bedingten Überbeanspruchung der Muskulatur mit statisch bedingten Belastungs- oder Dauerschmerzen. Lediglich im hochakuten Schub und bei Iritis ist eine Radontherapie nicht angebracht.

Weitere Information zum Thema finden Sie unter www.gasteiner-heilstollen.com

 
 
 
   

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