Die Sonne genießen

 Schwammerl

Schön war das Leben in den jungen unbeschwerten Jahren und wie es im Leben so ist, lernte ich meine Frau (inzwischen Ex) kennen.
Zwei Kinder gingen aus unserer Verbindung hervor auf die ich sehr stolz bin. Wir bauten uns ein Haus und in dieser Zeit begannen
die Schmerzen zuzunehmen. Mit 44 Jahren wurde ich bei der Arbeit immer schiefer und konnte nicht mehr über Kopf arbeiten,
keinen schwereren Stein mehr tragen und die Schuhbänder nicht mehr binden, es war ein Wahnsinn.


Meine Krankheitsgeschichte begann jedoch schon viel früher. Mit 23 Jahren war ich erstmals in Bad Zell auf Kur.
Von den Ärzten wurde der Verdacht geäußert ob ich nicht MB habe. Diagnostiziert wurde der MB dann 2005.
In diesem Jahr ging dann gar nichts mehr und der Weg führte mich zu Dr. Heim nach Kirchdorf.

Eine MR-Untersuchung mit Kontrastmittel brachte dann beim nächsten Arztbesuch die böse Überraschung:
Diagnose Morbus Bechterew. Keine Ahnung, was das ist und mein Arzt hat sich sehr viel Zeit genommen, mir MB zu erklären.
Er hat mir empfohlen, um die Pension anzusuchen, der MB war schon weit fortgeschritten.
Die Nervenstränge in der Wirbelsäule sind entzündet, und wenn nicht aufhöre mit meiner schweren körperlichen Arbeit könnte es sein,
dass bei schwerer Last die ich hebe, ein Nerv reißt und ich sitze im Rollstuhl. Es hat mich geschockt, mit 46 Jahren
das Arbeitsleben beenden zu müssen, ich habe immer gerne gearbeitet. Mein Arzt hat mir empfohlen, mich der ÖVMB anzuschließen,
in meiner Nähe in Schlierbach sei eine Turngruppe. Vom Gruppenleiter Richard und der ganzen Gruppe
wurde ich herzlich aufgenommen. Das hat mich ein wenig überrascht und ich habe mich gleich in der Gruppe wohlgefühlt.
Es fühlt sich wie eine große Familie an, alles optimistische Menschen trotz des MB.

Begonnen habe ich mit Remicade, die Therapie musste aber nach der siebten Infusion abgebrochen werden.
Die Wirkung hielt mit 14 Tagen einfach zu kurz an und die Dosis konnte nicht mehr erhöht werden.
Die empfohlene Kur führte mich nach Salzbad NÖ und hat mir überhaupt nicht geholfen. Die Kur, die mir hilft, ist der Heilstollen
im Gasteiner Tal. Für mich ist es sehr wichtig dass ich jedes Jahr auf Kur fahren kann, der Heilstollen ist wie ein Medikament
und er tut mir ausgesprochen gut. Hoffentlich kann ich noch lange fahren, durch den Ruhestand wird es ein wenig schwieriger,
jährlich auf Kur fahren zu können.

2006 wurde ich dann aufgrund meines schlechten Gesundheitszustandes in die Invalidenpension geschickt.
Mit meinen täglichen Schmerzen und dem beeinträchtigten Allgemeinzustand hätte mich auch niemand mehr eingestellt.
Speziell in der kalten Jahreszeit fängt es mit den Schmerzen verstärkt an. Zwei bis drei Voltaren am Tag benötige ich,
um gut durch den Tag zu kommen. Schlaflose Nächte können in der aktiven Zeit des MB vorkommen.

Mein berufliches Umfeld hat leider sehr negativ auf meine Erkrankung reagiert. Wie bei vielen von uns, ist der MB nach
außen nur wenig ersichtlich und es wird nur sehr schwer verstanden, dass das Leben mit MB nicht leicht ist.

Bewegung ist das Um und Auf für mich, wie für die meisten MB´ler.

Viel habe ich in meinem Leben gearbeitet und mir gedacht, ja, das passt doch, ich mache viel Bewegung!
Nur leider, es ist ein großer Irrtum, es sind sehr einseitige Bewegungen, die große Teile der Muskulatur nicht betreffen
und zu Fehlstellungen führen. Zusätzlich war ich 15 Jahre aktiver Stocksportler mit ebenfalls einseitigen Bewegungsabläufen.
Den Stocksport musste ich leider aufgeben, mein Körper hat es nicht mehr zugelassen.
Nun mache ich jeden Tag 10 bis 20 min. Gymnastik und das wöchentliche Turnen in der Gruppe. Nach der Bewegung fühle ich mich immer besser.

Schlierbach
 

Die Wende kam 2008 mit meiner Liebe Sonja ins Leben, es ist ein Glückstreffer und ein Ausgleich für alle Rückschläge,
die ich einstecken musste.

Ein Problem mit der frühen Pension ist die finanzielle Seite. Große Sprünge kannst Du keine mehr machen
und jeden Euro genau überlegen, bevor du ihn ausgibst.

Das Schicksal ist oft unbarmherzig, aber ich schaue nach vorne und wenn ich oft stark beeinträchtigte Menschen
auf der Kur und bei unseren Treffen sehe, denke ich mir: es geht mir gut. Einschränkungen habe ich durch den MB etliche,
aber es gibt so vieles an dem wir uns erfreuen können. Die schönste Zeit ist von Mai bis September, schöne Spaziergänge
und leichte Wanderungen, Schwammerl suchen und die warme Sonne genießen.

   

Sponsoren  

Gasteiner Heilstollen
Come back ins Leben
Klinikum Bad Gastein
   

Komm zu uns!  

   

UNSERE VIDEOS  

   

Socialmedia  

   youtube75       45fcb

 

   


 
     
   

Anmeldung  

Interesse am internen Bereich? Einfach ein Mail mit vollständigen Namen + Mitgliedsnummer an vorarlberg@bechterew.at

   
© ÖVMB